LOSMACHEN Lebzelter und Weiss 16.3.

Der Titel Losmachen bezieht sich auf ein Leporello, das Natalia Weiss und Georg Lebzelter 2016 gemeinsam gestaltet haben. Sie arbeiten beide bevorzugt – und manchmal auch miteinander - mit den Mitteln der Grafik, insbesondere der Druckgrafik. Sie teilen zudem eine Vorliebe für Schraffiertes, Anagrammiertes und Radiertes.

In der Ausstellung werden Zeichnungen, Radierungen, Siebdrucke und ein gemeinsames Buchprojekt gezeigt.

Lebzelter untersucht ausgehend von den Konstruktionsprinzipien der Collage mit den Mitteln druckgrafischer Techniken Verbindungen von Einzelteilen und Bildmodulen, die unabhängig von ihrem ursprünglichen Kontext zu neuen „Systemen“ gefügt werden. Die Mehrfachverwendung gleicher Teile in unterschiedlicher Anordnung hat auf sprachlicher Ebene eine Analogie im poetischen Sprachspiel des Anagramms. Wie durch die Permutation der Buchstabenfolge andere Wörter und Inhalte aus den immer gleichen Grundelementen gebildet werden können, so auch verschiedene Bilder aus druckgrafischen Elementen durch unterschiedliche Anordnungen, Relationen, Größen und Überlagerungen. Das Bildmaterial für die Collagen bezieht Lebzelter aus verschiedenen Schullehrbüchern der Zoologie und Botanik aus den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts.

Auch Natalia Weiss arbeitet mit der Überschneidung verschiedenster Medien: Radierung, Zeichnung, Collage, Buchobjekt, Installation. Häufig fließen, neben der Verwendung eigener Texte, Lyrik, Materialien aus den 1960- und 70er Jahren in Form von Büro – und Grafikermaterial (speziell LETRASET), Buchseiten, Kinder- und Kartenspielen) in ihre Papierarbeiten ein. Die dargestellten Protagonisten sind vornehmlich Tiere und Dinge die als eigenes Vokabular und archetypische Stellvertreter eingesetzt werden, um zur Welt Stellung zu beziehen.